Erfahrung schon seit 1983
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Für Patienten mit
privater
Krankenkasse werden Krankenhaus- bzw. krankenhausvergleichbare Behandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Beihilfefähig.
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QUERSCHNITTSVERLETZUNG
Schmerz / Schmerzen nach
Querschnittsverletzungen
Manche Autoren schreiben den Begriff "Querschnittsverletzung" ohne s (Quersch nittverletzung).
Unter Querschnittsverletzung versteht man eine vollständige oder teilweise Schädigung eines oder mehrerer Rückenmarkssegmente durch ein direktes Trauma (= Verletzung), Tumorkompression, En tzündung oder Blutung.
Über den Mechanismus der Schmerz entstehung nach
einer
Querschnittsverletzung ist wenig bekannt. Nach Thoden (1987) klagen
50% aller Patienten mit traumatischer (=
verletzungsbedingten)
Querschnittsverletzung über störende Mißempfindungen unterhalb der
Läsionsstelle (= Verletzungsstelle).
Immerhin 27% leiden unter Schmerzen, vorwiegend im Bereich der Ex tremitäten
(= Ar me
und/oder B eine).
Teilweise tritt auch ein krampfartiger,
viszeraler Schmerz (=
aus dem Bau chraum stammender
Schmerz) auf.
Ein
Schmerz, der bei einer kompletten (=
vollständige Durchtrennung des Rückenmarks)
Querschnittsverletzung im gelähmten Bereich auftritt, wird als
Deafferenzierungsschmerz
bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt Schmerzen, die nach, bzw.
trotz Ausschaltung der sensiblen Impulse (Afferenzen (=
dem Zentralnervensystem zuströmende Erregung))
im ehemaligen Versorgungsgebiet des betroffenen Nerven oder Nervenstammes
auftreten. Im Prinzip handelt es sich also um
Phantomschmerzen. Es hat sich
allerdings als zweckmäßig erwiesen, den Begriff "Phantomschmerz"
nur dann zu verwenden, wenn ein (Teil-) Verlust einer Ex tremität
(= Ar m/B ein) vorliegt.
Auch vom Verletzungssegment selbst können
Schmerzen ausgehen, die oft auf eine Instabilität zurückzuführen sind. Diese
Instabilität kann chirurgisch behoben werden.
Bei einer inkompletten
(= unvollständigen Durchtrennung des Rückenmarks)
Querschnittsverletzung
können Schmerzen auch vom verletzten / gestörten
Rückenmark ausgehen und peripher
(= im äußeren Körperbereich) empfunden
werden, es liegt dann ein sog. zentraler
Schmerz vor.
Bei einer Querschnittsverletzung kann die kontinuierliche peridurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter (*siehe unten) hilfreich sein. Die Implantation (= Einpflanzung) des Katheters muß jedoch oberhalb des geschädigten Segments erfolgen. Bei Tetraplegie (= vollständige Lähmung aller 4Extremi täten, also beider Bei ne und Ar me) bedarf die kontinuierliche Periduralblockade oberhalb des geschädigten Segments wegen des erhöhten Risikos einer strengen Indikationsstellung (= Abwägung von Nutzen und Risiko).
Als medikamentöse
Schmerztherapie können bei
/ nach
Querschnittsverletzungen Carbamazepin, auch Gabapentin oder Pregabalin
(= Mittel gegen die Fallsucht, aber auch beim
Schmerz nach einem
Querschnittssyndrom hilfreich),
Baclofen (= im
Gehirn/Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung)
und schmerz
distanzierende
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depressionen)
sowie
Neuroleptika
(= Mittel gegen psychische Erkrankungen)
versucht werden.
Als hilfreich hat sich auch eine
Infusionsserie mit Lidocain (= ein mittellang wirkendes,
örtliches Betäubungsmittel)
erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender
Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe
einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei
sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen
eingehalten werden sollte.
Gegen die unangenehme Spastik
(= unangenehme Muskelverspannung, -verkrampfung)
wirkt am besten Baclofen. Falls bei oraler
(= über den
Mund verabreichte)
Gabe die Nebenwirkungen zu stark werden, kann die rückenmarknahe Verabreichung
mit eingepflanzter Pumpe (oder Port) in Erwägung gezogen werden.
Mittel der 2. Wahl ist Sirdalud.
Rhizotomien (= selektive Blockaden der hinteren Rückenmarkwurzeln) und Sympathektomien (= operative Teilentfernung des unwillkürlichen Nervensystems) sollen bei Querschnittsverletzung erfolglos sein (Thoden 1987). Nach Winkelmüller (1993) kann eine elektrische Stimulation der Hinterstränge des Rückenmarks versucht werden (DCS = dorsal column Stimulation, bzw. ESES = epidurale spinale Elektrostimulation).
Wenn Schmerzen aufgrund einer Querschnittsverletzung längerfristig bestehen, ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
* Methodenbeschreibung
Die
kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter wird zur
Schmerzausschaltung bei Operationen allgemein oft angewendet, sie eignet sich
vorzüglich auch zur Therapie chronischer
Schmerzen. Bei
dieser Methode wird im Bereich der Lendenwirbel (oder auch höher, je nach
Verletzungssegment) ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung dicht
an das Rückenmark eingelegt. Dieser wird dann mehrmals täglich mit einer lang
wirkenden,
örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt. Der Katheter kann auch mittels
einer kleinen Medikamentenpumpe kontinuierlich befüllt werden.
In vielen Fällen kommt es unter dieser Behandlung allmählich zu einer
zunehmenden Beschwerdereduktion, so daß der Katheter nach 2-3 Wochen dann wieder
entfernt werden kann.
Jetzt noch gute Nachrichten, auch für Schmerzpatienten
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05 und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
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Aktualisiert: >08.01.2009</> kusb&
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